Bunt kickt gut – auf dem Weg zur systematischen Verbreitung

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Sessiongeber Sven Schröder und Julian Buning, Bunt kickt gut, beim open Transfer CAMP am 12. 10. 2013 in München

Die interkulturelle Straßenfußball-Liga „Bunt kickt gut“ (BKG) ist inzwischen ein etabliertes Projekt in München. Während die Übertragung in andere Städte derzeit lediglich „auf Anfrage“ stattfindet, soll die Verbreitung in Zukunft offensiver angegangen werden.

Sven Schröder erklärte, dass man sich bei einem Transfer zuerst bewusst machen muss, dass die Verbreitung eines Projekts andere Kompetenzen erfordert als die Durchführung des eigentlichen Projekts. Während bei BKG bisher vor allem Sozialarbeiter benötigt wurden, bedarf es nun verstärkt Erfahrungen im Projektmanagement. Oft müssen dafür auch andere Leute eingestellt werden.

Partnersuche & Markenbildung

Neben der Wahl der Rechtsform bei der Verbreitung, stellt sich aktuell die Frage, wen man als Partner an anderen Orten gewinnen will. Derzeit arbeitet man oftmals mit Kommunen zusammen. Dies kann zwar in einzelnen Fällen die Freiheit einschränken, allerdings wirkt eine Zusammenarbeit mit Kommunen auch werbewirksam, da sie gewissermaßen als „Qualitätssiegel“ wahrgenommen wird.

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Links: Sven Schröder von Bunt kickt gut (Foto: Florian Hammerich)

Es stelle sich derzeit auch die Frage, wie BKG als Marke etabliert werden kann. Die Etablierung des Markengedankens ist, so Schröder, im Sozialbereich schwierig. Außerdem muss eine gute Abstimmung zwischen Lizenzgebern und Lizenznehmern des Markennamens gewährleistet werden. Negativbeispiele haben gezeigt, dass es oftmals eine starke Einmischung der Lizenzgeber gibt, die aber nicht dem Beratungsbedarf der Lizenznehmer entspricht. Die daraus resultierenden Konflikte führen dazu, dass ähnliche Projekte an verschiedenen Standorten unter unterschiedlichen Namen laufen. Der Markenname nimmt dann erheblichen Schaden.

Damit wird das Spannungsfeld zwischen Freiraum vor Ort und notwendigen Kerncharakteristika deutlich. BKG versucht dem gerecht zu werden und versteht sich eher als Plattform für Selbstorganisation. Man versucht weitestgehend, die Regeln vor Ort bestimmen zu lassen und lediglich Erfahrungswerte weiterzugeben. Gleichwohl müssen bestimmte Kriterien sichergestellt werden, damit der Erfolg gewährleistet werden kann. Dazu zählen unter anderem die Kontinuität und die Etablierung eines Ligabetriebs. Wichtig ist nicht die detailgetreue Übernahme des Konzepts, sondern das Beibehalten der Grundidee.

Auf der Suche nach weiteren Einnahmequellen

Wenngleich das Projekt stets auf Spenden und öffentliche Gelder angewiesen sein wird, machten sich die Initiatoren trotzdem Gedanken über weitere Einnahmequellen. Neben dem Verkauf von Spielmaterial und dem kostenpflichtigen Angebot von Serviceleitungen (z.B. Turnierveranstaltungen), sind auch Lizenzgebühren ein Thema. Bei der Umstellung auf Gebühren muss man, so Schröder, berücksichtigen, dass diese ausreichend transparent dargestellt werden. So wird eine höhere Akzeptanz erreicht, insbesondere, wenn bestimmte Leistungen zuvor kostenlos angeboten wurden.

Wichtig ist auch der Nachweis der sozialen Wirkung. Gleichwohl stellt sich dabei das Problem, entsprechende Ressourcen für die Erhebung der notwendigen Daten bereitzustellen. Dabei geht es weniger um die Evaluation durch Studierende, da diese Zeit in Anspruch nimmt. Wünschenswert wären hier spezifische Tools, die die Arbeit erleichtern. Möglich wäre es zudem, durch Hackathons entsprechende Tools entwickeln zu lassen. Teilweise gibt es aber auch andere Akteure, die entsprechende Daten erheben, z.B. Quartiersmanager.

Unterschiedliche Partner – unterschiedliche Erfahrungen

Als Partner konnten sowohl das Münchener Sozialreferat als auch die Privatwirtschaft in Form der HypoVereinsbank gewonnen werden. Darüber hinaus gibt es Unterstützung durch die SKY-Foundation. Bei der Zusammenarbeit mit diesen Partnern ist es wichtig, diese intensiv in die Kommunikation mit einzubeziehen. Daher wird auch die Etablierung eines „Roundtable“ angestrebt, an dem die verschiedenen Akteure beteiligt sind und gemeinsam die Weiterentwicklung geplant werden kann.

Die Kooperation mit etablierten Akteuren des Sports ist ambivalent. Es gibt sowohl positive Erfahrungen, wie durch den Deutschen Fußballbund verliehene Preise und die Kooperation mit Bundesligavereinen. Allerdings sind die genuinen Zielsetzungen zum Teil schlicht unterschiedlich. Während es dem Projekt BKG um Integration geht und Fußball lediglich als Medium genutzt wird, steht bei den etablierten Organisationen die Förderung des Sports im Vordergrund. Mitunter wird man daher auch als Konkurrenz wahrgenommen.

http://www.buntkicktgut.de/

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