Teach First: Bildungshürden überwinden

Flo von Teach First beim openTransfer CAMP „Zukunftsgestalter. Jung, wild und engagiert“ am 10. März 2018 in Berlin

Wie können wir uns für mehr Bildungsgerechtigkeit engagieren? Unter dieser Fragestellung stellte Flo seine Erfahrungen als Fellow des Programms Teach first Deutschland vor. Er wollte ganz grundsätzlich diskutieren: Was bringen Angebote wie Teach First oder „Dialog macht Schule“ überhaupt?

Flo ist Fellow bei Teach first und stellte zum Einstieg die Bildungsbewegung vor: Teach First ist eine gemeinnützige Bildungsorganisation, die Schülerinnen und Schüler dabei unterstützt, Hürden auf ihrem Bildungsweg zu überwinden und ihr Selbstvertrauen durch Projektarbeit stärken möchte. Hochschulabsolventinnen und -absolventen können sich für einen zweijährigen Einsatz als Fellow in Schulen in sozial benachteiligten Gegenden bewerben. Die Fellows kommen aus ganz unterschiedlichen Fachbereichen und haben z.B. Physik, Internationale Beziehungen oder Videoproduktion studiert. In den Schulen bringen sie ihre Expertise in zusätzlichen Angeboten zum Lehrplan ein. Das kann eine Kultur-AG sein, eine Schülerzeitung oder ein Filmprojekt. Teach First qualifiziert und begleitet die Fellows bei diesem Schuleinsatz. Die Fellows erhalten dafür ein Gehalt. Für die Schulen ist das Angebot kostenlos. Das Programm stammt aus den USA und wird mittlerweile in über 40 Ländern angeboten. In Deutschland arbeiten rund 100 Fellows an sogenannten „Brennpunktschulen“.

Was bringen Programme wie Teach First, „Grips gewinnt“ oder „Schule macht Dialog“?

Im Rahmen dieser Einstiegsfrage waren den Session-Teilnehmenden zunächst zwei sehr viel konkretere Fragen wichtig: Wie nehmen die Schülerinnen und Schüler solche Angebote an? Und: Wie können die Lernenden die Angebote mitgestalten? Die Antworten auf beide Fragen hänge stark von der konkreten Schule ab, mit der Teach First kooperiert. Hilfreich seien, so Flo, ein von vornherein partizipatives Schulkonzept, eine kooperative Schulleitung (die z.B. Umfragen unter den Schülerinnen und Schülern zulässt) sowie Absprachen mit der Schülermitverwaltung. Manchmal helfe es auch einfach auszuprobieren, was ankommt. Am Ende brauche es auch schlicht Ausdauer: „Am Anfang hat ein Siebtklässler ganz alleine die Schulzeitung gerockt, aber langsam wurden es dann immer mehr“, so Flo.

­­­Wichtig ist für Flo neben der direkten Arbeit in der Schule auch die Frage, ob und wie die Fellows sich in die Bildungspolitik einbringen können. Die Erfahrungen, die die Fellows innerhalb der zwei Jahre gewonnen haben, sollten unbedingt an die Politik heran und in die Öffentlichkeit getragen werden, um für die Probleme, auf die die Fellows im Bildungswesen gestoßen sind, zu sensibilisieren. Beim Thema Bildungsgerechtigkeit sei neben der Ansprache der Politik auch das Engagement der Zivilgesellschaft gefragt und eine konsequente Vernetzung.

https://kampagne.teachfirst.de/

Foto: Martin Peranic

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