Umweltschutz mit der türkischen Community

Yeşil Çember ist türkisch und bedeutet „grüner Kreis“. Die gemeinnützige GmbH sensibilisiert vor allem Menschen mit Migrationshintergrund für das Thema Nachhaltigkeit. Sie übersetzt, modifiziert und erstellt türkische bzw. zweisprachige Informationsmaterialien über verschiedene Umweltthemen, organisiert Veranstaltungen und Workshops in Migrantenverbänden, Schulen, Begegnungszentren, Unternehmen und vieles mehr. Seit mehreren Jahren leistet die Organisation wertvolle Arbeit für den ökologischen Wandel – und das mittlerweile schon in 13 Städten.

Gemeinsam für mehr Umweltschutz  

Nur wer einen Bezug zur Natur hat, schützt sie auch. Davon ist Gülcan Nitsch überzeugt. Daher hat sie 2006 mit einem Dutzend Freiwilligen Yeşil Çember ins Leben gerufen und sensibilisiert vor allem türkischsprachige und arabische Menschen in Deutschland für „grüne Themen“. In Berlin arbeitet Yeşil Çember momentan in drei Nachbarschaften: dem Rollbergkiez, Mariannenkiez und Mehringkiez. Hier zeigt Yeşil Çember ganz praktisch und niederschwellig, wie Umweltschutz im Alltag funktionieren kann. Die Initiative organisiert zum Beispiel ein Repair-Café und müllfreie Nachbarschaftsfeste. Sie platziert Wunschtafeln an Spielplätzen, auf denen die Kinder ihre Wünsche für einen müllfreien Spielplatz äußern. Dort steht dann beispielsweise „Unser Spielplatz ist wie unser Kinderzimmer, bitte haltet ihn sauber“. Außerdem bietet sie in jedem Kiez Energie- und Abfallberatung für die Lokale Akteure, die Gewerbetreibenden sowie für die Bewohner:innen an. Schließlich gibt Yeşil Çember Workshops und Multiplikatorenschulungen und führt Exkursionen, wie etwa in Naturlandschaften in Brandenburg, durch.

Das Anliegen: Bereits seit Jahren bekannte Themen neu zu denken und mit interkulturellen Partnerschaften zu verknüpfen. So führt Yeşil Çember viele Projekte mit deutschen Kooperationspartnern durch, wie z. B. Recup (Start-up, das ein Pfandsystem für Mehrwergbecher ins Leben gerufen hat), dem Bergwaldprojekt e. V., der Stiftung Stadtkultur oder der Heinz Sielmann Stiftung.

Foto: Yeşil Çember, Klimatag 2018

Barrieren abbauen durch Begegnungen

Und auch auf der Zielgruppenebene werden deutsche und migrantische Communities vernetzt und Barrieren abgebaut. Dafür braucht es keine komplizierten und wissenschaftlichen Lösungen. Interkulturelle Begegnungen auf Augenhöhe sind der Schlüssel. Deshalb organisiert Yeşil Çember regelmäßig interkulturelle Picknicks, wie zum Beispiel mit dem Himmelbeet (Urban Gardening Projekt im Berliner Stadtteil Wedding). Auch die bisher in sieben Städten durchgeführten Deutsch-Türkischen Umwelttage mit einigen Hundert Teilnehmenden waren ideale Möglichkeiten für einen interkulturellen Austausch. Des Weiteren unterstützt Yeşil Çember deutsche Umweltverbände sowie ökologisch orientierte deutsche Firmen, zum Beispiel Ökobanken und Ökostromanbieter bei ihrer interkulturellen Öffnung, damit diese die türkische Zielgruppe besser erreichen können. Schließlich hat Yeşil Çember zahlreiche Vorträge und Workshops auf Konferenzen durchgeführt und mehrere Auszeichnungen bekommen (z. B. den Zeit-Wissen-Nachhaltigkeitspreis 2018).

Bundesweite Verbreitung

In fast 13 Jahren hat Yeşil Çember viel erreicht und ist mittlerweile nicht nur in Berlin tätig, sondern hat auch in 12 weiteren Städten Deutschlands zahlreiche Aktivitäten durchgeführt. Dabei war der Weg nicht immer einfach. Gerade die Ausweitung der Zielgruppe von der türkischen auf weitere Communities war mit Herausforderungen verbunden. Konnte zu Beginn der Tätigkeit noch alles auf Türkisch kommuniziert werden, werden nun Menschen verschiedener Sprachhintergründe auch in ihrer jeweiligen Sprache erreicht.

Ihre Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich Bildungsarbeit stellt Yeşil Çember auch in Tages-Fortbildungen vor. Auf https://yesilcember.eu könnt ihr euch von der Arbeit der Umweltorganisation überzeugen.

Wir freuen uns sehr, dass Yeşil Çember Netzwerkpartner des openTransfer Green CAMP am 2. August 2019 in Berlin ist.

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