GoodGym – Transfer eines Lauf-Projekts aus England

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Margit Beutler, GoodGym Deutschland, beim open Transfer Camp am 12. Oktober 2013 in München

 

Während des Joggings einen alten Menschen besuchen – das steigert die Motivation und Ausreden, das Training wieder einmal ausfallen zu lassen, ziehen nicht mehr. Was in England erfolgreich startete, holt Margit Beutler nun nach Deutschland – nicht ohne Schwierigkeiten.

Laufen für einen guten Zweck war die Idee des Engländers Ivo Gormley. Durch einen Zufall kam er auf die Idee, während seines Lauftrainings einen kranken Freund der Familie zu besuchen. Er merkte schnell, dass er diesen Termin nicht mehr einfach ausfallen ließ, wie sonst häufig. Zu groß war die Motivation, seinen Freund zu besuchen und ihm bei Kleinigkeiten im Haushalt zu helfen. Die Idee für Good Gym war geboren: Laufen und das Engagement für ältere Menschen verbinden. 2008 startete Gormley mit einem Pilot. Drei Bausteine hat das Programm in London: Group Runs – ein wöchentlicher Lauftreff mit einem kurzen Einsatz für ein gemeinnütziges Projekt in seiner Kommune; Missions – ein Läufer erledigt während des Trainings kleine Aufgaben; und Coach Runs – ein Läufer kümmert sich längerfristige um eine bestimmte Person.

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Margit Beutler aus Berlin fand die Idee so gut, dass Sie sie nun nach Berlin bringen möchte. Nun steht sie mit der Mutterorganisation in England in Kontakt und hat schon die erste Läufergruppe gegründet. Aber wie geht man den internationalen Transfer eines Projektes an?

Da man das Rad nicht immer wieder neu erfinden möchte, setzt Margit auf die Erfahrungen der Engländer. Gleichwohl hat sie erkannt, dass für Deutschland einige Dinge angepasst werden müssen. Das beginnt bei Kleinigkeiten: Müssen die Läufer ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen, um an ältere Menschen vermittelt zu werden? Welche Organisationen kommen in Deutschland als Vermittler zu der Zielgruppe in Frage? Und schließlich: Welche juristische Form soll die Organisation in Deutschland haben?

Good Gym hat großes Interesse, mit Margit Beutler den ersten internationalen Transfer anzugehen. Derzeit sind die Engländer aber stark mit dem Aufbau der eigenen Organisation in England beschäftigt. Sie haben sehr wenig Zeit, sich parallel mit der Internationalisierung auseinanderzusetzen. Was tun?

Margit Beutler könnte nun darauf warten, bis die Engländer soweit sind, sich mit dem internationalen Transfer zu befassen. Auf der anderen Seite findet sie die Idee so gut, dass sie nicht erst in ein paar Jahren, sondern jetzt beginnen will. Die ersten Partner hat sie schon gefunden: Krankenkassen, Sportverbände und Seniorenvereine sehen das Potenzial der Idee. Mithilfe der Videos und der Internetseite von Good Gym war es ein Einfaches, potenzielle Investoren hier in Deutschland zu überzeugen. Außerdem hat sie bereits die Zusage von Unterstützern, ihr beim Transfer beratend zur Seite zu stehen.

Good Gym selbst beantwortet zwar auch Fragen und hat eine Internetseite mit Support-Funktionen eingerichtet, aber einen Vertrag bzw. das Logo wollen sie ihr zurzeit noch nicht geben. Marit Beutler kommt aber nur weiter, wenn sie jetzt einen Pilot startet. Über den Businessplan-Wettbewerb startsocial ist ihr bereits ein Beratungsstipendium zugesagt. Nun muss sie für sich klären, wie sie sich gegenüber den Engländern verhalten wird. Einfach wird diese Frage nicht zu beantworten sein, und so wird der Transfer nach Deutschland eine Hängepartie bleiben, der vor allem von ihrem Engagement getragen wird.

www.goodgym.org

Foto: Florian Hammerich

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