Gamification-Projekt „Flower Power“

Dave Gööck auf dem open Transfer Camp #Digitalisierung am 15.09.2018 in Dresden

Dave Gööck stellte seine Spielidee vor. Geplant ist die Entwicklung eines Online-Spiels, das im Sinne einer „spielerischen Demokratieförderung“ Anwendung findet. Im Anschluss diskutierten die Teilnehmenden, was sie von dem Konzept hielte und wie eine Finanzierung aussehen könnte.

Die Idee von Dave Gööck nutzt den Ansatz „Gamification“, d.h. es sollen spielerische Elemente zum Einsatz kommen, um einen übergeordneten Nutzen zu erreichen. In der konkret vorgestellten Spielidee steht Demokratieförderung im Vordergrund. Dies hat damit zu tun, dass der Sessiongeber sich im Netzwerk für Demokratie und Courage engagiert.
Inspiration zu der Idee waren Spiele wie „Pokemon Go“ und „Farm Ville“. Diese Spiele erreichen, dass Menschen aus verschiedensten Lebenswelten und mit unterschiedlichen Interessenlagen an einem Ort zusammenkommen und sich mit einem Thema auseinandersetzen. Dabei will das Spiel mit dem Arbeitstitel „Flower Power“ einen Bezug zur Vergangenheit herstellen und das Miteinander mit Themen der Demokratieförderung verbinden. Vordergründig geht es aber zunächst einmal um Spaß.

Die Spielidee sieht vor, dass die Spielerinnen und Spieler Bilder von gesellschaftlichen und geschichtlichen Monumenten (Denkmäler, aber auch Stolpersteine, oder „weiße Fahrräder“) einreichen und diese gemeinsam virtuell „pflegen“. Durch die Pflege eines Monuments oder Denkmals, z. B. durch anpflanzen oder gießen, setzen sich die Teilnehmenden mit den Orten oder Artefakten auch inhaltlich auseinander. Je mehr sie zusammenarbeiten und die Objekte „pflegen“, desto höher der Score, den sie erreichen. Geplant ist darüber hinaus, dass die Teilnahme an demokratiefördernden Projekten in der realen Welt (angeboten durch das Netzwerk für Demokratie und Courage) ebenfalls Erfolgspunkte und einen höheren Score einbringen. In Kombination des virtuellen Spiels mit Projektangeboten in der realen Welt wird das Spiel zudem flexibler. Die Spielerin oder der Spieler wird durch hohes Engagement mit zusätzlichen Fähigkeiten ausgezeichnet.

Ein Mann sitzt im Stuhlkreis und erzählt.

Frage nach der Finanzierung
Eine der zentralen Fragestellungen ist, inwieweit das Spiel kostenfrei angeboten werden kann, um allen Menschen, unabhängig ihrer ökonomischen Ausstattung, die Möglichkeit zu geben, das Spiel zu nutzen und sich an den Inhalten zu beteiligen. In der Session wurden daraufhin Fragen der Finanzierung diskutiert. So erscheinen Fundraising, aber auch Werbung (Spielerinnen und Spieler werden z. B. zu Geschäften gelotst) als denkbar. Hier stellen sich jedoch mitunter moral-politische Fragen, etwa ob die Art des Fundraisings ggf. das Ziel des Spiels unterläuft. Teilnehmende an der Session brachten auch die Finanzierung ins Spiel, die auf sog. „Couragebadges“ basiert. Diese Auszeichnungen sind In-Game-Käufe, mit denen sich Spielerinnen und Spieler schmücken können und darüber hinaus zusätzliche Spielfähigkeiten erwerben. Das Spiel bedarf, so der Konsens, jedoch zunächst einer Anschubfinanzierung. Eine Idee im Raum war, sich an eine Spielentwicklerfirma zu wenden. Derzeit läuft beispielsweise eine Ausschreibung der Pokemon-Go-Entwickler zur Unterstützung einer Spielentwicklung, für die man sich bewerben kann. Im Idealfall sollen durch die Finanzierung zusätzlich noch die Projekttage des Netzwerks, die in das Spiel integriert werden sollen, entgeltfrei angeboten werden.
Die Projektidee, die während der Session gepitcht wurde, war erst eine Woche alt und daher nicht zu Ende gedacht. Der Sessiongeber war deshalb umso dankbarer für das Feedback der Teilnehmenden, und warb für eine Beteiligung an der Umsetzung der Idee.

Foto: Henning Schacht, www.berlinpressphoto.de, CC BY-NC-SA 2.0

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