Dt. Spendenrat: Transparenz und Digitalisierung

Session von Felicitas Krekosch und Louisa Muehlenberg beim openTransferCamp Digitalisierung am 20. April 2018 in Stuttgart

Transparenz hat viele Facetten. Welche das sind, welche Herausforderungen mit ihnen verbunden sind und wo Organisationen an Grenzen stoßen wurde im Rahmen der Session diskutiert.

Ausgangspunkt der Session sind die Erfahrungen, die Felicitas Krekosch und Louisa Muehlenberg im Rahmen des Projekts „Transparenz leicht gemacht“ (Deutscher Spendenrat) gesammelt haben. Das Projekt hat zum Ziel, zivilgesellschaftliche Organisationen in Bezug auf die Transparenzlegung zu professionalisieren. Ein kostenloses Arbeitsbuch, das dabei hilft, ist erhältlich unter: http://www.transparenz-leicht-gemacht.de/e-book-transparenz-leicht-gemacht/

Transparenz hat viele Facetten
Im Rahmen des Projekts haben sich grundlegende Differenzierungen herausgestellt, die beim Thema Transparenz vorgenommen werden müssen. Bei den Adressaten muss zwischen Internen, wie z. B. Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, und Externen, wie z. B. Spenderinnen und Spendern oder Fördererinnen und Fördern unterschieden werden. Außerdem müsse berücksichtigt werden, dass Transparenz sowohl normative – welche Ziele verfolgen wir -, organisatorische – wie ist unsere Organisation strukturiert – und finanzielle – woher kommt das Geld und wie wird es verwendet – Dimensionen umfasst. Das Projekt habe gezeigt, dass vor allem die finanzielle Dimension Organisationen vor Herausforderungen stellt. Kontrovers wurde diskutiert, inwieweit die Formulierung der Ziele eine Herausforderung darstelle. Grundsätzlich könnten Organisationen ihre Ziele formulieren, gleichwohl werde es schwieriger, sobald es stärker um smarte Ziele oder Wirkungsorientierung gehe.

Eine Frau steht vor Menschen, die im Stuhlkreis sitzen.

Zu welchem Zweck schaffen wir Transparenz?
Deutlich wurde auch, dass Organisationen für sich die Ziele klären müssen, die sie mit der geschaffenen Transparenz erreichen wollen. Neben der grundlegenden Herausforderung, angesichts steigender gesetzliche Anforderungen an Transparenz Rechtssicherheit zu schaffen, gehe es auch um Tansparenz innerhalb der Mitarbeiterschaft, die dem Teambuilding dient, sowie gegenüber Spenderinnen und Spendern sowie Förderinnen und Förderern, um Rechenschaft abzulegen und Wirksamkeit nachzuweisen. Das Projekt habe gezeigt, dass interne Transparenz als zunehmend wichtig wahrgenommen werde. Gleichwohl stelle sich die Frage, warum Transparenz innerhalb von Teams oftmals nicht hergestellt werde bzw. wie sich die damit potenziell verbundenen Konflikte – „Wer macht wieviel?“ oder „Wer will keine Aufgaben und Entscheidungsbefugnisse abgeben?“ – lösen lassen.

Grenzen und Herausforderungen
Es wurden darüber hinaus Herausforderungen benannt: Transparenz stoße z. B. dann an Grenzen, wenn es um Fakten gehe, die der Öffentlichkeit nicht oder nur schwer zu vermitteln seien. Hier könne man sich aber durchaus des Storytellings als Instrument bedienen.
Dabei stellt die Schaffung von Transparenz große und kleine Organisationen vor jeweils unterschiedliche Herausforderungen. Während kleine Organisationen oftmals das Wissen und das Handwerkszeug im Alltag fehle, um Transparenz zu schaffen, stünden größere Organisationen vor dem Problem, relativ komplexe Strukturen darstellen zu müssen und Veränderungen in Strukturen zu schaffen, die in der Tendenz träger sind.

Foto: Henning Schacht

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