Bürgerstiftung Halle: Bürgerbeteiligungsprojekt „Halle besser machen“

Franziska Massa und Nicole Walldorf von der Bürgerstiftung Halle und Hannes Hasenpatt von der Körber-Stiftung beim openTransfer Camp #Zusammenhalt am 17.01.2020 in Halle (Saale)

Wie kann ein digital-analoges Bürgerbeteiligungsprojekt funktionieren? Und was würden die Sessionteilnehmenden tun, wenn sie König:in von Halle wären? Entstanden ist ein anregender Austausch darüber, wie Utopien Wirklichkeit werden und wie jede:r einzelne bald in Halle Ideen für ein besseres Miteinander einbringen kann.

„Wie bringen wir in Deutschland wieder Bürger:innen miteinander ins Gespräch, unabhängig von den großen Konfliktthemen – in der Nachbarschaft, mit lokalen Themen? Was ist den Menschen wichtig in ihrer Straße, in ihrem Quartier?” Dies herauszufinden war laut Hannes Hasenpatt von der Körber-Stiftung das Ziel des Beteiligungsprojekts „Hamburg besser machen“. Auf einer Online-Plattform konnten Bürger:innen ihre Meinungen, Ideen, Kritik, Wünsche oder Anregungen einbringen, diskutieren und sich sogar verabreden. Am Ende wurden 6.000 Ideen eingereicht, die von sog. „Akademien“ gesichtet, sortiert und diskutiert. Die Ergebnisse wurden in einer Abschlusskonferenz vorgestellt und mit der Hamburger Politik diskutiert.

Und weil das Format besonders gut funktioniert hat, wird es nun in andere Bundesländer getragen: „Ruhrgebiet besser machen“ folgte dem Hamburger Pilotprojekt. Und jetzt soll auch in der Stadt Halle ein Bürgerdialog stattfinden. Projekttransfer par excellence.

Rund 20 Menschen sitzen in einem Stuhlkreis.

Die Frage aller Fragen des Projekttransfers

 „Wir haben uns gefragt, wie das Projekt auf Halle übertragen werden kann, damit es zu unserer Stadt passt,” so Franziska Massa, Projektleiterin bei der Bürgerstiftung Halle, die sich die Umsetzung des Projekts auf die Fahne geschrieben hat. Das Ergebnis: Neben dem Online-Dialog, an dem sich jede:r beteiligen könne, der aber weniger online-affine Menschen ausschließe, soll es offene Bürgergespräche geben. 

„Wir planen offene, vielfältige Gesprächsformate an zentralen Plätzen, dort, wo sich die Menschen aufhalten, auf Spielplätzen, in Einkaufszentren, am Kiosk und in der Kneipe,“ erklärte Kollegin Nicole Walldorf, während sie die Anwesenden durch eine kurze Präsentation führte. „Uns ist wichtig zu erfahren, was die Menschen bewegt, was sie verändern möchten,“ ergänzte sie.

Neben Online- und Offlinedialogen geht es um Konsensorientierung. Den Menschen soll das Gefühl vermittelt werden, dass sie gehört werden, andere ein Ohr für sie haben oder wissen, an wen sie sich wenden können. Auch die Gemeinwohlkomponente sei ein wichtiger Bestandteil: „Wir geben den Raum, in dem Ideen und Ziele gehört und umgesetzt werden können,” so Nicole Walldorf.

Am Ende des Dialogs würden die Ideen gebündelt und an einen ehrenamtlichen Beirat gegeben, der die Vorschläge clustert und in die Kategorien kurz-, mittel- und langfristige Ziele aufgeteilt.

25 Hallenser König:innen in einem Raum

Dann hieß es: rein in die Praxis! In einer Blitzlichtrunde durfte jede:r Teilnehmende seinen Utopien freien Lauf lassen und mit den anderen teilen, was sie oder er tun würde, wäre man für einen Tag König:in von Halle. Ein gemeinsames Thema war hier das Zusammenrücken der Stadt über Stadtteilgrenzen hinweg, beispielsweise durch die Schaffung von intergenerativen Begegnungsorten. Auch eine feste Sprechstunde für engagierte Bürger:innen und Initiativen in allen Behörden Halles wurde vorgeschlagen. Eine Teilnehmende würde für mehr Bienen und Wildblumen sorgen. Eine andere dafür, dass Projektförderung in institutionelle Förderung umgewandelt wird.

Die Referierenden erhofften sich von ihrer Session Aufschluss darüber, wie ihr Vorhaben eines Beteiligungsprojektes für Halle vor Ort angenommen wird. Am Ende der Session sollten sich ihre Erwartungen erfüllt haben.

https://www.buergerstiftung-halle.de/

https://www.hamburgbessermachen.de/

Fotos: CC BY-NC-SA 2.0 / Jörg Farys I openTransfer.de

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