„FOKUS FOKUS FOKUS!“

Der Auftakt-Workshop für den vierten Jahrgang des openTransfer Accelerators in Hamburg war für die 10 teilnehmenden Organisationen und das Team der Stiftung Bürgermut ein voller Erfolg.

Aus ganz Deutschland reisten die Stipendiaten des openTransfer Accelerators an, um unter der Sonne Hamburgs an ihrem Projekttransfer zu arbeiten. Der Workshop bildete den Auftakt für ein 12-monatiges Skalierungsstipendium, welches soziale Organisationen bei der Verbreitung ihrer wirkungsvollen Projekte unterstützt. In einem dreistufigen Programm werden ausgewählte Teams bei der Skalierung unterstützt. In der ersten Stufe entwickeln die Organisationen eine individuelle Skalierungsstrategie. Wenn Ihr Transferkonzept überzeugt, werden die Teams bis in Stufe 2 weiter begleitet und erhalten einen Transfer-Bonus in Höhe von 8.000 € für die Umsetzung. In Stufe 3 präsentieren Sie Ihr Konzept an einem Demo-Day vor einer Jury aus sozialen Investorinnen und Investoren und erhalten die Chance auf weitere Finanzierung.

Die zwei Tage des Workshops hielten für die Organisationen Grundlagen in Sachen Projektransfer mit Übungen zum eigenen Projektkern und einer gemeinsamen Marktanalyse, sowie die Praxistipps eines erprobten Transfer-Projekts bereit.

Die Organisationen stehen zum Teil an sehr unterschiedlichen Punkten in ihrem Transferprozess. So sind einige schon an verschiedenen Standorten aktiv, sehen sich nun aber mit fehlenden Strukturen bzw. Wissenstransfer innerhalb der Organisation konfrontiert. Andere wiederrum sind durch die hohe Frequenz an Anfragen auf die Thematik des Transfers aufmerksam geworden und haben noch keine Erfahrung mit dem Prozess. „Wir möchten uns nicht von der Projektmittel-Logik treiben lassen, sondern ein nachhaltiges Transfer-Konzept erarbeiten“, so Selina von querstadtein. Neben den unterschiedlichen Standards und Entwicklungspunkten wurden auch die aktuellen Herausforderungen und Interessen der Teams deutlich.

Am ersten Tag lernten die Organisationen in einem Workshop alles über den 12-monatigen Prozess des Accelerators und wurden in die Grundlagen des Projekttransfers eingewiesen.

Jennifer Busch von der gemeinnützigen CLIMB GmbH berichtete von ihrem Transfer und gab den Teilnehmenden wertvolle Tipps für einen erfolgreichen Projekttransfer mit auf den Weg:

  • Fokus Fokus Fokus! Es ist hilfreich Dinge auch mal weg oder scheinbar gute Gelegenheiten verstreichen zu lassen. Oft verliert sich durch das Annehmen jeder Chance und Option der Blick auf das Wesentliche, den Kern, der Organisation.
  • Das Team und die Inhalte müssen zueinander passen. Teamwork makes the dream work! So versucht CLIMB schon im Recruiting genau das passende Teammitglied zu finden. „Wenn sich auf eine Stellenausschreibung mehr als 5 Leute bewerben, haben wir uns nicht konkret und spezifisch genug ausgedrückt.“, erläuterte Jennifer.
  • Es ist wichtig, Erfolge zu feiern und um Misserfolge zu trauern. Alles ist wichtig und gehört dazu. Dinge die nicht funktionieren, kann man NOCH nicht. Und falls doch mal etwas schiefgeht, sollte für das Team nur zählen: „Wie bekommen wir die Karre zusammen aus dem Dreck?“

Am zweiten Tag widmeten sich die Teilnehmer*innen in praktischen Übungen dem Transferkern ihrer Organisation. Es galt herausfinden ob dieser eher die Größe eines Apfel- oder Avocado-Kerns hat. Den Organisationen fiel dies in der Umsetzung schwerer als vorab gedacht. So merkt Gabriele von den Social Business Women an, dass in ihrem Fall z.B. Fragen wie „Was will ich weitergeben und an was halten wir fest? Was ist unser Herzstück und wie setzen wir auf Qualität und Quantität?“ darüber entscheiden, was sie mit in den Transferkern nehmen.

Nach der Mittagspause und einem kurzen Stifte-Stierkampf, der zugunsten von Frederike von ZuBaKa ausging, konzentrierten sich die Organisationen auf die Marktanalyse und die Frage: mit wem arbeiten wir schon zusammen? Wohin bestehen schon Kontakte und wie finde ich neue unbekannte Ansprechpartner? Wichtige Quellen für die Marktanalyse sind unter anderem, neben den klassischen Suchmaschinen und bekannten Verbänden bzw. Verzeichnissen, auch persönliche Gespräche auf Veranstaltungen, die eigene Online-Community und die Suche über relevante Hashtags in sozialen Medien. Die Organisationen tauschten sich über ihre bisherige Konkurrenzanalyse aus und berichteten von sowohl bereitwilligen Gesprächspartnern als auch wortwörtlich verschlossenen Türen bei der Suche nach Partnerorganisationen.

Zum Abschluss nahmen die Teilnehmer*innen nach zwei sonnigen Tagen in Hamburg vor allem auch einen großen Koffer voller Wissen und Potentiale für ihr Transfer-Vorhaben mit nach Hause.

Der nächste Workshop findet Anfang Dezember in München statt. Hier erwartet die Teams Input zum Thema Projektnehmer – von der Erstellung eines Projektnehmer-Profils bis hin zur Zusammenarbeit. Zudem erhalten sie praktische Einblicke in die Transfer-Arbeit von Rock Your Life.

Weitere Informationen über den Accelerator, unsere Stipendiaten und Stipendiatinnen und aktuelle Veranstaltungen findet ihr hier.

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