buntkicktgut: Fußballangebote für junge Flüchtlinge

Jan Saddei und Mahmoud Nasser von buntkicktgut beim openTransfer CAMP Refugees am 30.04.2016 in München

„Fußball – kann jeder, mag jeder, versteht jeder.“ Jan Saddei stellte das Projekt buntkicktgut vor – was gut läuft und wo die Herausforderungen liegen. Die Teilnehmenden diskutierten mögliche Verbesserungen in der Finanzierung und Öffentlichkeitsarbeit.

buntkicktgut entstand 1997 mit dem Ziel, durch Sport soziales und kulturelles Lernen zu ermöglichen. Jan Saddei erklärte, dass Fußball dabei viele Vorteile böte: Die Regeln seien leicht verständlich und international bekannt, der Sport sei gerade bei jungen Männern sehr beliebt; er sei fast überall, mit wenig Material und notfalls mit wenigen Mitspielerinnen und Mitspielern durchführbar. Bei buntkicktgut bestünden die Teams aus Geflüchteten und Deutschen mit und ohne Migrationshintergrund. Der Kontakt zu anderen Nationalitäten geschehe so ganz nebenbei, im Spiel. Die Spielerinnen und Spieler übernähmen Verantwortung, erführen Fairness und Toleranz und erlangten mehr Selbstbewusstsein. Schwierigkeiten würden in Form von Sprachbarrieren und Konflikten zwischen Nationalitäten auftreten. Der Verein achte deshalb auf ein gewaltfreies Miteinander und fördere die Selbstorganisation der Teams.

Ehrenamtliche gesucht

Ein Dauerproblem sei das Finden von Trainerinnen und Trainern, die sich langfristig engagieren möchten. Jan Saddei berichtete, dass die Trainersuche über Ehrenamtsportale bisher kaum erfolgreich gewesen sei. Es hapere oft am Willen zum langfristigen Einsatz. Ein Teilnehmer schlug vor, potenzielle Trainer, zum Beispiel in geeigneten Studiengängen anzusprechen.

Eine Gruppe Menschen sitzt in einem Stuhlkreis.

Eine Frage der Finanzierung

Zur Finanzierung und Steigerung der Bekanntheit des Vereines hatten die Teilnehmenden einige Fragen: „Wie wird der Verein bisher finanziert?“ „Kommen Sponsoren infrage?“ Der Verein, so Saddei, werde über öffentliche Gelder, Spenden und die Beiträge der deutschen Spielerinnen und Spieler finanziert. Bisherige Kooperationen mit großen Sportartikelherstellen seien eher auf deren mediale Wirkung ausgerichtet und nicht sehr effizient gewesen. Ein Teilnehmer schlug vor, den örtlichen Lions Club zu kontaktieren und in der Anfrage möglichst genau das Projekt, die Ziele und Kosten zu beschreiben. Der Lions Club böte eine Gelegenheit, mit wenig Aufwand kleinere finanzielle Unterstützungen zu erhalten.

Eine Diskussion entspann sich um die Frage, ob sich nicht die Popularität des Sports besser nutzen ließe. So könnte das Projekt über Kinospots vorgestellt werden. Außerdem sollten mehr Firmen als Sponsoren angesprochen werden. Statt aktiver Fußballspieler, die oft zu eingebunden sind, könnten bekannte ehemalige Fußballspieler angesprochen werden. Auch sollte der Verein versuchen, die Bekanntheit seines Schirmherrn, Jerome Boateng, gezielter für das Fundraising zu nutzen.

 Foto: Andi Weiland / opentransfer.de

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