Begegnung und gesellschaftlicher Zusammenhalt: Zivilgesellschaftliche Angebote für unterschiedliche Zielgruppen gestalten

 Anna Lob, More in Common

Foto: Linda Müller | openTransfer

Die Organisation:

Die Organisation More in Common forscht und arbeitet seit 2019 dazu, wie wir durch gelungene Begegnung den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Deutschland stärken können. Mit ihrem Forschungsansatz machen sie unterschiedliche Perspektiven in unserer Gesellschaft sichtbar.

Worum ging es in der Session?

Anna gab einen Einblick in die Forschung von More in Common zu gesellschaftlichen Dynamiken und unterschiedlichen gesellschaftlichen Typen und Zielgruppen. In der gemeinsam Diskussion ging es vor allem darum, wie zivilgesellschaftliche Arbeit mehr als nur die üblichen Verdächtigen erreichen kann.

Die wichtigsten Erkenntnisse

  • Bei welchen Fragen More in Common ansetzt:
    • Wie können wir unterschiedliche Zielgruppen zusammenbringen? 
    • “Die, die sich engagieren, sind immer dieselben.”
    • Wer oder was ist denn die Zivilgesellschaft?
  • Was More in Common untersucht: Bedürfnisse, Werte & Einstellungen, Gefühle und Gedanken
  • die gesellschaftlichen Entwicklungen werden durch die Linse von 6 gesellschaftlichen Typen verfolgt: die Offenen, Involvierten, Etablierten, Pragmatischen, Enttäuschten, Wütenden
  • „das unsichtbare Drittel“ sind die Pragmatischen und die Enttäuschten
    • die Pragmatischen sind relativ jung, 21% von ihnen haben Migrationshintergrund
    • die Enttäuschten sind eher in mittleren Alterskohorten verortet
  • More in Common arbeitet mit einer Forschungseinrichtung zusammen. Die akquiriert die Teilnehmer:innen der Studien.
  • Schwer zu erreichen: die Gruppe der Wütenden.
  • Leichter zu erreichen: Die Etablierten und Offenen, hier ist aber Beziehungspflege notwendig.
  • Insgesamt braucht es mehr Ressourcen und Aufmerksamkeit auf der Frage, wie man bestimmte Zielgruppen erreicht.
  • Welche neuen Zielgruppen möchte man gerne erreichen?
    • häufige Antworten: andere Generation (z.B. ältere Personen), andere soziale Schicht, andere Nationalität
  • Wo könnte man die neue Zielgruppe erreichen?
    • Hobbys: Eine lockere Atmosphäre ist besonders geeignet, um Vertrauen in ein neues Setting zu geben.
    • Nachbarn kennenlernen
    • öffentliche Alltagsorte mit Potenzial für breite Zielgruppen: Supermärkte, Restaurants, Cafés, Parks
    • Best Practice: kostenlose Konzer immer wieder montags auf einem Platz
  • Weitere Tipps:
    • bei Veranstaltungen herausstellen, was der Mehrwert/ die Wirkung ist, um das unsichtbare Drittel anzusprechen.
    • Ansprache wählen, die an Bedarfen von Menschen ansetzt.
    • Organisation und Ziele transparent machen
    • Formate einfach und locker gestalten

Das openTransfer CAMP Zusammenhalt fand im Rahmen des Programms openTransfer Zusammenhalt der Stiftung Bürgermut statt. Das Projekt wird gefördert durch die Stiftung Mercator. Partner:innen des Barcamps sind das Projekt Diversify der Deutschlandstiftung Integration und die Pochen Biennale.

Hannah Vongries

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