Plastikmüll zwischen Werten und Wirklichkeit

Alle sind gegen Plastikmüll – und trotzdem steigt der Verbrauch. Der letzte POLYPROBLEM Report zeigt: Zwischen Werten und Verhalten klafft ein Abgrund, den weder Empörung noch Appelle schließen. In dieser Session wollen wir gemeinsam herausfinden, welche psychologischen, sozialen und strukturellen Barrieren uns bremsen – und welche Kontroversen wir aushalten müssen, wenn wir wirklich vom Reden ins Handeln kommen wollen.

Anreizsysteme zum Plastiksparen – von der Kompensation zur echten Vermeidung

In dieser Session diskutieren wir, welche Anreize Organisationen wirklich dazu bewegen, ihren Plastikverbrauch zu senken, anstatt zu kompensieren (Plastic Credits sind keine Lösung!). Wie können Organisationen motiviert werden, sich ihren Plastikverbrauch anzuschauen? Wir sammeln Praxisbeispiele, entwickeln Ideen und stellen unser Inventur-Tool vor, mit dem Unternehmen ihren Plastikverbrauch erfassen können.

OpenReuse: Mehrwegsysteme als Schlüssel für eine nachhaltige Zukunft

Wie können wir Mehrwegsysteme als wichtigen Baustein für eine nachhaltigere Zukunft etablieren? In unserem Projekt OpenReuse entwickeln wir eine Plattform, die Wissen, Beispiele und Tools bündelt, um Reuse-Lösungen einfacher umsetzen zu können. In dieser Session geben wir einen kurzen Überblick zu Reuse, beleuchten Potenziale und Herausforderungen, und erarbeiten gemeinsam mit den Teilnehmenden Ansätze und Ideen für die Praxis.

Wie können wir durch Kommunikation im Alltag (z. B. bei Konsum oder beim Bauen) die Kluft zwischen Wissen und Handeln überwinden?

Trotz hoher Problembewusstheit bleibt nachhaltiges Handeln im Alltag oft aus – ein zentrales Thema der Intention-Behavior-Lücke. In dieser Session diskutieren wir, wie gezielte Kommunikation dazu beitragen kann, diese Kluft zu schließen. Anhand von Beispielen aus Konsum und Bauwesen wollen wir herausarbeiten, welche Narrative, Formate und Ansätze es braucht, um Nachhaltigkeit nicht nur zu vermitteln, sondern in konkrete Entscheidungen und Handlungen zu übersetzen.

Wie kann eine Reduzierung von Plastikmüll außerhalb der eigenen Echokammer gelingen?

In der Session des Projektes „Less Waste – More Engagement!“ von ASM e.V. bearbeiten wir gemeinsam die Frage nach Bedingungen einer nachhaltigen Verbreitung des Themas Plastikmüllvermeidung – und wie dies vor allem über die Grenzen des eigenen Umfelds hinaus erfolgreich sein kann. Nach einer kurzen Darstellung von Good-Practice Ansätzen des Projektes „Less Waste – more Engagement!“ laden wir die Teilnehmenden durch differenzierte Fragestellungen dazu ein, eigene Erfahrungen auszutauschen und gemeinsame Skalierungsstrategien zu entwickeln.

Lokale Lösungen, globale Wirkung – Perspektiven aus dem globalen Süden

Buy Food with Plastic ist beim diesjährigen Polyproblem-Barcamp am 30. September in Frankfurt mit einer starken Stimme aus dem globalen Süden vertreten. Die Organisation setzt sich für eine Welt ein, in der weniger Plastik verwendet und vorhandener Kunststoff verantwortungsvoll in den Kreislauf zurückgeführt wird. In Nicaragua, Ghana und Indien können Menschen Plastikflaschen gegen warme Mahlzeiten, Geld oder Refill von Shampoo und Reinigungsmitteln eintauschen. So entsteht eine lokal verankerte Kreislaufwirtschaft, die Armut lindert, Umwelt schützt und Bewusstsein schafft.
Beim Barcamp bringt Buy Food with Plastic die Perspektive aus dem globalen Süden ein und zeigt, wie lokale Lösungen weltweit neue Denk- und Verhaltensmuster anstossen können.
Die Röchling Stiftung freut sich, diese wichtige Debatte als Partnerin zu unterstützen.

Collective Impact für verletzliche Ökosysteme

Die Welt steht vor immer komplexeren Herausforderungen – umso wichtiger ist die Frage: Wie können NGOs, Unternehmen und lokale Gemeinschaften Transformationen gemeinsam anstoßen? Die Regenerate Sundarbans Initiative zeigt, dass Zusammenarbeit nicht nur möglich, sondern auch wirksam ist – vor allem in einem der verletzlichsten Ökosysteme der Welt. In der Session teilt Sarah Gekeler von SOCEO, der Backbone-Organisation von Regenerate Sundarbans, Impulse, wie eine klare gemeinsame Agenda, gemeinsame Ressourcen und lokales Wissen Kooperation zu einem Motor für Wandel machen – und welche Inspirationen sich aus den Sundarbans für andere Kontexte ziehen lassen.

Deutschland Marktführer in Kreislaufwirtschaft? Nix da… der Zusammenbruch steht vor der Tür

Mit dem Green Deal und jetzt Industrial Green Deal der EU haben wir hohe Erwartung an die Entwicklung der Kreislaufwirtschaft verbunden. Leider lassen die Überschriften in Sachen Circular Economy aber eine Verbindung zum Klimaschutz vermissen. Wir sprechen hier über den Nexus der Instrumente und warum sich gerade Investoren in Deutschland aus der Kreislaufwirtschaft verabschieden.

Rechte Störungen und Stimmungsmache. Ansage, Ausschluss, Abbruch – und dann?

Mit unserem Projekt „AntiAnti – Prävention von Onlineradikalisierung“ führen wir – wie viele andere Vereine auch – Tagesworkshops zu Themen der politischen Medienbildung an Schulen in Brandenburg. Obwohl wir ein Präventionsangebot sind, werden wir immer häufiger von Schulen angefragt, nachdem es bereits Vorfälle gab und die Schule sich eine Art „Feuerwehreinsatz“ erhofft, oder in anderen Fällen Lehrer*innen die Gesinnungen einiger Schüler*innen gar nicht bewusst ist und dann in Workshops erst zeigen (z.B. in Ergebnissen aktiver Medienarbeit). Die Session soll als Erfahrungsaustausch dienen, aber auch die Frage berühren, welche Rolle politische Medienbildung als Radikalisierungsprävention in einem rechten Klima überhaupt einnehmen kann. Ist Schule der richtige Ort oder müssen wir noch stärker auf Freiwilligkeit setzen, um damit diejenigen gezielt zu stärken und zu empowern, die dem allgemeinen Rechtsruck etwas entgegensetzen möchten, aber vielleicht nicht mehr gehört werden? Und haben wir als Akteure der außerschulischen Bildung eine besondere Verantwortung als „Problemmelder“, weil wir weniger direkte Abhängigkeiten mit Einzelinstitutionen (als beispielsweise Lehrer*innen) haben?

Bereit für mehr digitale Demokratie?

Wir sind Liquid Democracy. Unsere Vision ist eine demokratische Kultur, in der Mitgestaltung für jede:n selbstverständlich ist. Dazu entwickeln wir digitale Räume, in denen Bürger:innen, Verwaltung, Politik und Zivilgesellschaft gemeinsam diskutieren und entscheiden können.

In unserer Barcamp-Session kannst du uns und unsere Plattform adhocracy.plus besser kennenlernen. Umgekehrt möchten wir von dir hören, was es braucht, damit deine Kommune oder Organisation bereit für mehr digitale Demokratie ist.