rehab republic und Das Gute ruft: Wie wird die Bewegung größer?

rehab republic im Großteam (Markus Mitterer, Boris Schulze, Stephanie Höpler, Johanna Koch, Laura Papke) und Stephanie Keilholz sowie Philipp Stakenborg von „Das Gute ruft“ beim openTransfer Green CAMP am 2. August 2019 in Berlin

Rehab republic aus München und „Das Gute ruft“ aus Köln taten sich zusammen, um mit den Sessionteilnehmenden zu diskutieren, wie es gelingen kann, dass die grüne Bewegung noch weiter wächst – letztlich wie sie sich aus der Blase herausbewegen kann, um möglichst viele Menschen für die Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Zero Waste zu begeistern.

Markus stellte zunächst die Arbeit der rehab republic vor. Das Ziel der Organisation sei es, einen nachhaltigen und ressourcen-rücksichtsvollen Lebenswandel zu fördern. Alltäglich gewordene Lebensweisen sollen hinterfragt und Verantwortung übernommen werden. Der Clou: Dies alles soll mit einem „Yeah statt Buh“ geschehen: positive Normen und humorvolle Challenges statt Verboten und Ängste schüren.

Bei der rehab republic geht es also um den Spaß beim Guten: Schnibbelparties, Kronkorkenchallenges, Selbstversuche des plastikfreien Lebens, Taschenaschenbecher…

Dabei greifen sie auf die Learnings aus der Umweltpsychologie zurück: Zu umweltgerechtem Handeln komme es demzufolge dann, wenn soziale Normen, persönliche Normen und eine individuelle Kosten-Nutzen-Rechnung darauf hinlenken. Am Ende handeln wir nicht nur nachhaltig, um die Welt zu retten – sondern eben auch, weil unsere Freund:innen es machen, weil es einen Nutzen für uns hat und weil es Spaß macht.

Agentur im Klimastreik

Anschließend stellte sich die Agentur „Das Gute ruft“ vor. Ihr aktueller Ansatz: Sie befinden sich (medienwirksam) im Klimastreik: Die Agentur ist ganze vier Wochen geschlossen. Stattdessen besuchen Stephanie und Philipp nun Veranstaltungen wie das openTransfer Green CAMP, um zu Nachhaltigkeit und Umweltschutz beizutragen und sich zu vernetzen. Ihr Ansatz ist es, mit einer großen Portion Humor den gesellschaftlichen Herausforderungen entgegenzutreten und die Menschen auf diese Weise zu mobilisieren. Sie zählen auf Verbreitung durch Begeisterung.

Eine Gruppe Menschen sitzen auf einer Wiese in Liegestühlen.
Jörg Farys I opentransfer.de I CC BY NC SA 2.0

Erst die CDU drehen, dann die Welt retten

Nach den ausführlichen Vorstellungen und ersten Nachfragen ging es in die Kleingruppenarbeit. Verschiedene Themen wurden vorgeschlagen und andiskutiert:

  • Gruppe 1: Die Frage des Attitude-Behavior-Gaps: So viele Menschen haben die entscheidenden Informationen zum Klimawandel und/oder die richtige Einstellung – dennoch leben sie nicht danach bzw. handeln nicht aktiv. Woran liegt das und wie können wir das ändern? Erste Erklärungen werden dazu von den Teilnehmenden in den Raum geworfen, z.B.: Ist es schlicht die Angst, die lähmt?
  • Gruppe 2: Sie sprach darüber, wie man die CDU/CSU so drehen könne, dass sie geradezu gezwungen ist, mehr für die Nachhaltigkeit und den Klimaschutz zu unternehmen?

Ein Schneeballsystem des Guten

„Das Gute ruft“ berichtete: Ziel ihrer Facebookgruppe „Das Schneeballsystem des Guten“ sei es, eine Plattform für engagierte Projekte zu bieten – und dabei zu zeigen, dass es weder kompliziert, noch langweilig ist, etwas für Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu tun. „Auch mit einfach mal nichts tun, tut man bereits etwas für das Klima,“ warf Stephanie in den Raum.

In der Folge tauschten sich die Teilnehmenden zu Initiativen oder Aktionen aus, die sie begeistert haben – und die zudem auch für andere gar nicht schwer zu übernehmen bzw. anzuwenden sind (weiter unten sind einige davon aufgeführt). Einige wichtige Handlungsprinzipien für den Erfolg von Aktionen und Initiativen traten dabei zu Tage:

  • Perspektivwechsel
  • Niedrigschwelligkeit und Inklusivität
  • Angebote über Verbote
  • gemeinsam und organisiert

Ein Netz an Aktiven – ein aktivierendes Netz

Es brodelte in der Session – ein großes „Wie geht es konkret weiter?!“ flimmerte durch die Luft. Die Antwort: Vernetzen und gemeinsame Aktionen starten.

„Das Gute ruft“ bot sich als Plattform dafür an. Von den Teilnehmenden kamen Aufrufe und Einladungen zu Veranstaltungen an alle, u.a.

  • zum globalen Klimastreik am 20.09.,
  • zur Aktionswoche camp for [future] von wechange und
  • den Planungstreffen der Fridays-for-future-Bewegung.

Zuletzt kamen die Kleingruppen wieder zusammen und die Gruppe „die die CDU/CSU drehen wollte“, machte Vorschläge, die wohl auch im Umgang mit anderen Organisationen hilfreich sein können:

  • Zuckerbrot und Peitsche – Angst machen und Angebote schaffen (z.B. zur Beratung)
  • Dialog und Lobbyismus – Beeinflussung zum Guten

Einigkeit herrschte am Ende darüber, dass es tatsächlich am besten gemeinsam und mit „Yeah!“ weitergeht.

Einige der empfohlenen Projekte/Aktionen:

  • TobaCycle – das Sammelsystem für Kippen
  • Banksys Stencil zweier sich küssender Polizisten, dazu der Spruch: „Sag mir etwas dreckiges“. Eine Aktion ursprünglich von Hambacher-Forst-Aktivist:innen, in der Folge fotografiert vor verschiedenen für den Kohlestrom relevanten Orten
  • Rob Greenfield mit der Idee „Essen ist kostenlos, aus allem kann man Essen machen – soll dazu beitragen, ökonomische Gegenargumente auszuhebeln
  • Mülleimer in Form eines Fisches
  • Parking Day 2019

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