Inklusives Unternehmertum

Icon__btn_Dokumentation_grossSören Rogoll vom Putjatinhaus beim openTransfer CAMP Inklusion am 30.01.2016 in München

 

Start-ups und Gründer finden immer mehr Anerkennung in der deutschen Wirtschaft, aber auch im gemeinnützigen Sektor. In den Medien treten sie als Social Entrepreneure auf. Sören Rogoll fragte sich, warum er noch nie einen Social Entrepreneur mit Behinderung auf der Titelseite eines Wirtschaftsmagazins gesehen hat.

Inklusives Unternehmertum? Was soll man sich darunter vorstellen? Mit dieser Frage startete die Session. Schnell wurde deutlich, dass inklusives Unternehmertum viele Facetten birgt. Einige Teilnehmenden verstanden darunter die Abschaffung der Werkstätten als Sinnbild für die Nicht-Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben. Andere sahen darin eher Projekte mit inklusivem Fokus, die von Betroffenen selbst gestaltet werden und so deren Kompetenzen stärker genutzt werden. Wieder andere verorten das Thema im Bereich der inklusiven Arbeitsplatzgestaltung. Gerade für Menschen mit Behinderung ist die Suche nach einem passenden Arbeits- oder Praktikumsplatz fast ein Ding der Unmöglichkeit.

openTransfer CAMP #Inklusion 2016 in München #otc16

Für Sören Rogoll bedeutet inklusives Unternehmertum vor allem, die Voraussetzungen zu schaffen, dass Menschen, egal mit welcher Behinderung oder sozialer Herkunft unternehmerisch das leisten können, was sie auch leisten wollen. Und damit hat er nicht nur Unternehmerinnen und Unternehmer sowie Betriebe im Kopf, sondern bezieht auch Projekte und kleine Initiativen mit ein. Die notwendigen Voraussetzungen für ein solches Unterfangen sieht er in Deutschland noch nicht gegeben, weshalb er gerade am einem Konzept mit dem Namen In.Klu.bator arbeitet.

Der In.Klu.bator ist eine Mischung aus Beratung und Coaching sowie einem Netzwerk aus verschiedenen Unternehmen und Personen, die dabei helfen können, inklusives Unternehmertum voranzutreiben. Das Projekt sieht sich also als Inkubator für inklusives Unternehmertum. Es will hinreichende Bedingungen schaffen, damit Menschen ihre Vorhaben auch verwirklichen können. Unabhängig von ihrer jeweiligen Behinderung.

In einem ersten Schritt sollen die inklusiven Unternehmungen eine Beratung und ein Coaching bekommen, das ihnen helfen soll, wichtige Themenfelder wie Ressourcen, Infrastruktur und Wissen klar zu definieren und zu planen. Dabei versteht sich der In.Klu.bator nicht nur als Beratungsangebot, sondern vor allem auch als ein Netzwerk, das Menschen möglichst niederschwellig zusammenbringt, um Synergieeffekten zu erreichen und so verschiedene Herausforderungen unserer Gesellschaft zu lösen. Denn Inklusion, da ist sich Sören Rogoll sicher, ist ein weiter Begriff, der auch Menschen mit Migrationshintergrund, Rentner und Menschen aus prekären Verhältnissen mit einbeziehen muss. Man könne sich z.B. vorstellen, mithilfe des Netzwerks einen Jugendlichen aus einem sozial schwachen Umfeld zu aktivieren, der zusammen mit einem Tischler im Ruhestand und einem Menschen mit Behinderung Rampen in einem FabLab für Rollstuhlfahrer produziert.

Bisher ist das ganze Projekt noch Zukunftsmusik und wird zunächst einmal in Dresden starten. Abschließend wurde von einem Teilnehmenden noch der Vorschlag gemacht, Co-Working Spaces mit einzubinden. Gerade diese böten eine niederschwellige Möglichkeit für Social Entrepreneure zu gründen – allerdings sind diese selbst oft nicht barrierefrei gestaltet.

https://prezi.com/xhkfiwvcf3kf/inklubator/

Foto: CC BY-NC 2.0 / Andi Weiland / Stiftung Bürgermut

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