Resilienz – die innere Widerstandskraft

Icon__btn_Dokumentation_grossMaren Kroll von Zalando SE/ People & Organisation beim openTransfer CAMP Refugee Helpers am 14.11.2015

 

Die aktuelle Flüchtlingskrise fordert Organisationen und Ehrenamtlichen viel Einsatz und Kraft ab. Sie fühlen sich zunehmend überfordert, im Stich gelassen, ausgebrannt. Wie schafft es jede/r Einzelne, die Kraft – die sogenannte „Resilienz“ – zu finden, um nachhaltig agieren zu können, ohne auszubrennen. Maren Kroll stellt klar, dass Resilienz eine Kompetenz ist, die man lernen kann, und zeigt konkrete Techniken, wie sie sich aufbauen lässt.

 
Resilienz unterscheidet diejenigen, die nach einem Scheitern wachsen und weitermachen, von denen, die kollabieren und aufgeben. Man wird nicht mit Resilienz geboren, man kann sie aber lernen. Kerntreiber sind eine positive Einstellung und die mentale Widerstandskraft. Je mehr man von beidem hat, desto widerstandsfähiger ist man. D.h. der Kopf ist Zentrum und Quelle dieser Kraft, die man im täglichen Leben benötigt, um nach Fehlern oder gescheiterten Projekten weitermachen zu können.

Resilienz lässt sich gezielt aufbauen mit:

  • – Optimismus:
    Die Welt geht nicht unter, wenn man Fehler macht oder ein Projekt scheitert. Es geht weiter und genauso sollte man nach vorne blicken.
  • – Akzeptanz:
    Besonders den Deutschen fällt das Akzeptieren von Fehlern sehr schwer, da sie mit ihrem Hang zum Perfektionismus kollidieren. Man sollte jedoch akzeptieren, dass es normal und vor allem menschlich ist, dass man Niederlagen erlebt, und man damit nicht alleine ist. Dazu sollte man sich auch Zeit nehmen, das Scheitern zu reflektieren. Es geht darum, die Erwartungen an sich zu erfassen und sich Raum zu geben. Dazu zählt auch, sich in schwierigen Situationen zu fragen, was tatsächlich die schlimmste Konsequenz sein könnte, statt eine große, generische Angst zu spüren und diese aushalten zu müssen. Also Fakten schaffen statt der Angst Raum zu geben.
  • – Lösungsorientierung:
    Nachdem man sich Zeit gegeben hat, das Scheitern zu verarbeiten und zu akzeptieren, geht es an die Lösungssuche. Auch hier gilt: Niemand ist allein. Man kann Anreize und Erfahrungen bei anderen suchen, wenn einem selbst kein Lösungsweg einfällt.
  • – Selbstvertrauen/ Selbstwirksamkeit:
    Hier geht es nicht darum, arrogant zu sein oder sich selbst ins Zentrum zu stellen. Vielmehr sollte man die eigenen Fähigkeiten kennen und an diese glauben. Das gilt ebenso für die Motivation, die hinter dem eigenen Handeln steht. Sich über diese im Klaren zu sein, lässt eine ganz eigene Kraft entstehen.
  • – Verantwortungsübernahme:
    Statt andere für Situationen und Fehler verantwortlich zu machen und sich hilflos oder ausgesetzt zu fühlen, hilft es, vielmehr selbst zu entscheiden, was man tut und wie weit man geht. So kann man sich selbst Grenzen setzen, diese anerkennen und auch eigene Erfolge feiern.
  • – Netzwerkorientierung:
    Es ist okay, um Hilfe, Rat und Unterstützung zu bitten.
  • – Zukunftsplanung:
    Ein konkretes Ziel hilft, die Motivation auch bei Rückschlägen aufrecht zu erhalten. Ein großes, visionäres Ziel kann in realistische Teilziele gegliedert werden. So hat man das große Ganze immer vor Augen und kann doch Zwischenerfolge feiern.

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Konkrete Strategien:

Verhaltensbezogen:

  • – Situationsanalyse (frühere Erfolge finden)
  • – Perspektiven haben (Reframing – hat Auswirkungen auf Wahrnehmung und Körpersprache)
  • – Entscheiden, worauf die Konzentration liegen soll (“circle of influence”: immediate control that you have > people that you can influence to have an impact > concerns)
  • – Meinung/ Purpose finden (das wird dich leiten und motivieren)
  • – Viel Zeit außerhalb der Comfort Zone verbringen
  • – Ruhezeiten schaffen (Stabilität)
  • – Mentale Bilder nutzen
  • – Schlechte Energien nicht an sich ranlassen und umgekehrt eigene schlechte Laune nicht auf andere projizieren

Personenbezogen/ innere Einstellung:

  • – Positives Mindset
  • – Nimm dich selbst nicht so wichtig
  • – Was du an andere gibst, bekommst du auch zurück
  • – Das Leben ist zu kurz, um unglücklich zu sein/ sei dankbar für das, was du hast

Foto: #otc15 (CC BY SA) / www.eventfotografie-klant.de

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