Workshop „Pressearbeit und der Umgang mit Hate speech“

Strahlende Sonne und klirrende Kälte, dazu 20 motivierte Mitarbeiter aus Initiativen, Projekten und Integrationszentren, zwei routinierte Referenten und eine der interessantesten Locations der Stadt – die Ausgangsbedingungen für den ersten Workshop des Programms openTransfer #Ankommen im Dortmunder Hafen hätten nicht besser sein können.

Den ersten Aufschlag machte Didi Stahlschmidt mit dem thematischen Block „Pressearbeit“. Er selbst ist „Freier“ bei den Ruhrnachrichten und anderen Dortmunder Blättern, Medienberater und Quartiermanager. D. h., er kennt die Presselandschaft und den ganz konkreten Redaktionsalltag genau, weiß wie man mit der richtigen Betreffzeile aus 200 Pressemitteilungen, die Tag für Tag einlaufen, heraussticht. Er kann erklären, warum die Medienkonzentration in NRW klassische Pressekonferenzen weitgehend obsolet macht und wie man dennoch mit der richtigen Idee Journalisten für seine Sache begeistern kann.

Didi Stahlschmidt und Simone Rafael beim openTransfer Workshop

Die strategischen Überlegungen und ganz praktischen Tipps zielten auf die Arbeit von eher kleinen Initiativen und Projekten, die mit kleinem oder ganz ohne Budget hantieren müssen.

Bei der überschaubaren Gruppengröße konnten individuelle Fragen sofort geklärte werden:

  • Welchen Vorlauf braucht eine Pressemitteilung?
  • Welche Fotos schaffen es am ehesten ins Blatt?
  • Wie bekommt man einen Draht zum Lokalfernsehen?
  • Werden kostenlose Anzeigenblätter von jemandem gelesen?

 

In Kleingruppen wurden dann Strategien zur Ansprache einzelner Zielgruppen entwickelt: Unternehmen und Sponsoren ebenso wie potenzielle freiwillig Engagierten. Auch das Bespielen speziell von sozialen Medien beschäftigte eine Gruppe.

Dann der Break, durchatmen, beim Essen andere Teilnehmende kennenlernen und netzwerken.

Teilnehmende bei openTransfer Workshop

Am Nachmittag der zweite Block, präsentiert von Simone Rafael von der Amadeu Antonio Stiftung. Die Journalistin initiierte dort u. a. Projekte wie netz-gegen-nazis.de oder DEBATE_DEHATE.

Viele der Teilnehmenden kannten Beschimpfungen und sogar Bedrohungen aus eigenem Erleben. Gerade das Engagement für junge Geflüchtete scheint zu polarisieren. Wie also reagieren? Der wichtigste Hinweis von Simone Rafael: „Ignorieren funktioniert nicht!“ Der Absender solle niemals denken, er dürfe unwidersprochen schreiben, was er online gestellt hat und auch nicht, er vertrete tatsächlich eine Mehrheitsmeinung.

Die 20 Engagierten und Mitarbeiter konnten unmittelbar loslegen mit möglichen Reaktionen auf Schmähungen – auf einem großen Papier bekamen sie einen Hass-Post und hatten viel Platz für Antworten. Diese konnten

  • sich lustig machen
  • nach Quellen fragen
  • Konkretisierung einfordern
  • Konsequenzen aufzeigen

Dabei passt nicht jede Reaktion auf jeden Absender oder jeden Post. Abwägen, eine gemeinsame Linie finden, konsequent sein – das können wichtige Schritte sein. Wenn dies viele machen, kann diese Gegenrede zu einer mächtigen Stimme werden.

Am Ende ging jeder mit einer Menge Input und einem dicken Hand-out nach Hause. Dort – in der unter Kollegen und Mitstreitern – soll das Wissen geteilt und multipliziert werden.

Ausführliche Berichte zu den beiden Workshopteilen folgen hier später.

Die nächsten Workshops des #Ankommen Programms:

Hamm, 2. Februar 2017: Diversity im Team

Köln , 11. Februar 2017: Beratungs-Sessions für Flüchtlingsinitiativen

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