MINT FMFM: Bildung und Berufseinstieg für Flüchtlinge und Migrantinnen

Soheila Sattari vom Projekt MINT FMFM beim openTransfer CAMP #Ankommen am 24.09.2016 in Düsseldorf

Das Projekt „MINT Flucht/Migration – Frauen/Mädchen“ (MINT FMFM) setzt sich für bessere Chancen von Migrantinnen und Flüchtlingsfrauen und -mädchen in Bezug auf Bildung, Ausbildung und berufliche Integration im MINT-Bereich ein. Soheila Sattari mobilisierte in ihrer Session Mitstreiterinnen für das Projekt.

Soheila Sattari ist vor 30 Jahren nach Deutschland gekommen. Sie weiß wie es ist, als eine Frau mit Migrationshintergrund in Deutschland Fuß fassen zu wollen. Das ist mit ein Grund, weshalb sie sich seit Jahren beim Verein „Deutscher Ingenieurinnen Bund“ (dib) engagiert. Dieser ist auch Träger des Projektes MINT FMFM, über das Soheila Sattari berichtete. Ziel dieses Projekts sei es, dass Migrantinnen und weibliche Geflüchtete einen besseren Zugang zu Bildung, Ausbildung und Beruf – vor allem im Bereich MINT – bekämen. Das Projekt sei inzwischen schon in vier verschiedenen Städten aktiv. Man könne es am besten mit zwei Säulen beschreiben: Zum einen würden direkte Integrationsmaßnahmen durchgeführt. D. h. beispielsweise, dass Workshops für Frauen zu technischen Themen angeboten werden, wie etwa „Re:Fugee:Ca – Space for Migration Hacking“ auf der Bloggerkonferenz re:publica in Berlin. Zum anderen betreibe MINT FMFM Lobbying. Durch einen ständigen Austausch mit der Bundesagentur für Arbeit und politischen Organen solle durchgesetzt werden, dass es besondere Bezuschussungen von Programmen für Frauen gibt und Sprachkurse z. B. zusammen mit Kinderbetreuung angeboten werden. Gerade die Kinderbetreuung ist in Soheila Sattaris Augen eine grundlegende Voraussetzung dafür, dass Sprachkurse überhaupt besucht werden können.

Soheila Sattari Session beim openTransfer CAMP Ankommen
Rechts: Soheila Sattari

Zusammen mehr erreichen!

Eine Erkenntnis, die Sattari über die Zeit aus der politischen Arbeit mitgenommen habe, sei die Tatsache, dass viele gute Aktionen verschiedener Institutionen parallel liefen und es dringend notwendig sei, diese zu koordinieren. Durch eine Kooperation von Bildungsprojekten würde man schnell an politischer Bedeutung gewinnen und könne so Forderungen leichter durchsetzen. Konkret könne dies bedeuten, dass man an einem bestimmten Tag, z. B. dem Girls Day, ein gemeinsames Projekt mit verschiedenen Bildungsträgern durchführe.

Das Vorhaben wurde von den Sessionteilnehmenden grundsätzlich positiv wahrgenommen. Jedoch gebe es unterschiedliche Fragen und auch Anmerkungen, die im Vorfeld zu klären wären.

Warum nur an einem Tag kooperieren?

Warum nicht das Ganze in eine langfristige Kooperation gießen, so lautete der Vorschlag eines Teilnehmers. Anstatt an einem Tag eine Aktion durchzuführen, könnte man seine Kräfte dauerhaft bündeln. Er selbst engagiere sich bei der Berliner Refugee Academy und könne sich gut vorstellen, die Ingenieurinnen des dib e.V. als Dozentinnen einzusetzen.

In dieselbe Richtung steuern

Ein Teilnehmer wollte wissen, was unter Erfolg zu verstehen sei und in wie weit der Erfolg solcher Vorhaben gemessen werden könne. „Erfolg ist“, so Soheila Sattari, „wenn wir sehen, dass wir die geflüchteten Frauen in die MINT Bereiche bekommen.“ Wichtig sei ein wasserdichtes Konzept und der Wille, es zu schaffen. Der Erfolg zeige sich mit der Zeit.

Am Ende der Session vernetzten sich einige der Teilnehmenden untereinander und verabredeten, das Ganze über eine Facebook-Gruppe abzubilden.

http://www.dibev.de/mint_fm-fm.html

Foto: Thilo Schmülgen

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